Auslandssemester in Kalifornien: ein Studium ganz ohne Wellenreiten

In dem Bericht über sein Auslandssemester an der California Polytechnic State University in San Luis Obispo erwähnt Tim Schröder nicht, ob er auch surfen war. Von dem USA-Aufenthalt scheint der WIB-Student trotzdem sehr viel (nicht nur für sein Studium) profitiert zu haben.

 

 

Auslandssemester an der California Polytechnic State University in San Luis Obispo

Vorbereitung

Die Bewerbung für einen Auslandsaufenthalt in den USA ist sicher sehr aufwändig und man sollte ca. 1 Jahr vorher mit der Planung beginnen. Mein Aufenthalt im WS 2012/13 wurde im Rahmen des „California State University / Baden-Württemberg Student Exchange Program“ gefördert. Nach der Bewerbung beim AAA steht das Auswahlinterview an, was sich als offenes und angenehmes Gespräch gestaltete. Ist diese Hürde geschafft, muss man sich den Campus bzw. die Universität aus dem Angebot des California State University System heraussuchen. Hat man sich letztendlich für seine vier Wunschunis entschieden und wurde von einer dieser angenommen kann man mit den Unterlagen, die einem die Uni zusendet, das Visum beantragen. Dieses geschieht online und man vereinbart einen Termin im Konsulat in Frankfurt oder München. Diesen sollte man früh genug legen, damit man am Ende nicht in Zeitdruck kommt. Bei dem Termin wird man an einen Schalter gerufen, vergleichbar mit einem Bankschalter. Der Botschaftsangestellte sitzt hinter Glas, fängt das Gespräch meist auf Deutsch an und wechselt nach ein paar Sätzen auf Englisch.

Wohnungssuche

Die Wohnungskosten in San Luis Obispo und generell in Kalifornien sind sehr hoch. Normalerweise liegt die Miete für ein Einzelzimmer ungefähr bei US$ 700 - US$ 800 je nach Lage und ob mit oder ohne Bad. Empfehlen kann man die „Valencia Apartments“ auch wenn man dort einen Mietvertrag über 9 Monate abschließen muss, denn einen Nachmieter zu finden, falls man nur 2 Quarter bleibt, ist im Allgemeinen kein Problem. Vom Wohnen „on campus“ wird meist abgeraten, da man hier an der Cal Poly und dem Campus etwas abgeschieden von „downtown“ wohnt, d.h. man hat einen weiteren Weg ins Zentrum. Auch ist das Wohnen auf dem Campus stark reguliert (z. B. beim Alkohol) und obendrein nicht sonderlich günstig. Eine gute Möglichkeit, eine Wohnung zu finden, ist der Link „www.craigslist.org“. Auf diesem Weg kam auch ich zu meinem Apartment.

Getting around: Bus, Fahrrad & Auto

Um in San Luis Obispo mobil zu sein, hatte ich mir ein Auto gekauft. Dafür sollte man mindestens US$ 2.500 – US$ 3.000 einplanen. Es gibt zwar Busse, doch die fahren sehr selten und an den Wochenenden abends zum Beispiel gar nicht. Um zu den Vorlesungen von Montag bis Freitag an die Uni zu kommen, reicht der Service allerdings, zumal der Bus für Studierende kostenlos ist.  Ich kann aber auch empfehlen, mit dem Fahrrad zu fahren. Es gibt einen Professor, der Austauschstudierenden für US$ 100 Pfand Fahrräder verleiht.

Finanzielles

Das Leben in Kalifornien  ist deutlich teurer als in Deutschland. Der Preisunterschied macht sich bei Lebensmitteln sehr bemerkbar, diese sind deutlich teuer als in Deutschland. Inklusive Ausflügen und „sonstigen Nebenkosten “ braucht man pro Quarter ca. zwischen US$ 5000 - US$ 6500.

California Polytechnic State University (Cal Poly)

Studieren in den USA ist zwar einfacher, allerdings viel zeitaufwändiger und dadurch stressiger. Zwar studiere ich Wirtschaftsinformatik an der HdM, habe mich an der Cal Poly allerdings in den Studiengang „Industrial Engineering“ eingeschrieben. Als Austauschstudent muss man 12 Units belegen, davon mindestens die Hälfte in einem Major. Jedoch kann man auch Kurse an anderen Fakultäten, z. B. „Business“, belegen. Dass man Hausaufgaben bekommt, ist hier Standard; ebenso die „Quizzes“, nicht angesagte Tests, die je nach Professor alle paar Wochen oder jede Stunde möglich sind. Generell ist das Studium in den USA viel verschulter als in Deutschland. Ich hatte z. B. einen Kurs, der täglich 60 Minuten stattfand.

Cal Poly hat keine Semesterstruktur, sondern das Quartersystem (allerdings steht zur Diskussion, auf das Semestersystem umzustellen). Als Austauschstudent ist man in der Regel aber nur zwei bis drei Quarter eingeschrieben (fall, winter, spring). Bei dem Quartersystem gibt es schon nach eineinhalb Monaten die ersten “Midterms“, das heißt die ersten Klausuren und dann kurz vor Weihnachten schließlich die Finals. Wem das nicht zusagt, sollte eine Uni mit Quartersystem meiden, da man durch die kurze Semesterzeit immer viel zu tun hat. Generell ist das Studium und auch das Unileben nicht mit dem in Deutschland vergleichbar. Da über hohe Studiengebühren und zahlreiche Spenden finanziert, fängt der Unterschied bei Einrichtung und Ausstattung (Fitnessstudio, Station, Theater und Konzerthaus ect.) an und geht bis zu einer unüberblickbaren Vielzahl an Sport- und Kulturevents. Besonders die Spiele der CalPoly Mustangs sind eine echtes Erlebnis und man bekommt wunderbar den „School Spirit“ zu spüren.

San Luis Obispo

San Luis Obispo ist ein eher kleiner Ort. Wer die Natur liebt, ist hier genau richtig. Es gibt in der Umgebung unzählige Berge, auf denen man super wandern kann. Ebenso gibt es zwei schöne Strände, „Avila“ und „Pismo“ Beach, die allerdings nur mit dem Auto erreichbar sind. Downtown ist eher ruhig, man fühlt sich immer sicher, und die Leute sind hier super freundlich. Wer besonders Wert auf Partys legt, sollte sich für eine größere Stadt entscheiden. In San Luis Obispo gibt es eine Menge Bars, allerdings keinen einzigen Club. Alle Bars schließen um 2 Uhr a.m. Das ist aber fast überall in den USA so. „Hauspartys“ gibt es natürlich auch oft. Jeden Donnerstag gibt es einen “Farmer`s Market“, vergleichbar mit einem Wochenmarkt in Deutschland, auf dem man frisches und günstiges Essen bekommt. Das ist zu den relativ teuren Supermärkten eine sehr gute Alternative. San Luis Obispo liegt zwischen Los Angeles und San Francisco (jeweils ca. 4 Std) und liegt daher perfekt, um das Wochenende in der dieser Städte zu verbringen.

Tim Schröder, WIB 6. Sem.

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