Auslandssemester in Oregon: Studium, Sport und Natur

Pre-departure

Schon zu Beginn meines Wirtschaftsinformatikstudiums an der Hochschule der Medien hatte ich mit dem Gedanken gespielt, einen Teil meines Studiums im Ausland zu verbringen. Nach einer ausführlichen Auskunft des Akademischen Auslandsamt bewarb mich für das Landesaustauschprogramm Baden-Württemberg/Oregon. Ein erster Tipp schon an dieser Stelle: Es zahlt sich aus, sich frühzeitig im Studium Gedanken um ein Auslandssemester zu machen und sich über Fristen und Zeiträume zu informieren – unabhängig vom Zielland.

Nach der Erfolgsmeldung, dass ich von September 2012 bis Juni 2013 an der Oregon State University (OSU) am College of Business studieren darf, kamen einige organisatorische Aufgaben auf mich zu. Die Organisation nahm einige Zeit in Anspruch, jedoch war jede investierte Minute es im Nachhinein wert.

Oregon

Zur Wohnungssituation an der OSU ist zu sagen, dass man sich entscheiden muss, ob man „on campus“ oder „off campus“ wohnen möchte. Hier meine ganz klare Empfehlung: „off campus“, am Besten in einer WG mit Amerikanern! „On campus“ wohnen vor allem Erstsemester und jüngere Studenten. Das Wohnen ist dort sehr reguliert und keinesfalls günstiger als „off campus“. Nach meiner Ankunft in Corvallis, das Zuhause der Oregon State University, haben mir die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Oregonians (so nennt man die Bewohner Oregons) bei meinem Start an der Uni und in der neuen Umgebung sehr geholfen.

Oregon State University

Das Studium an der Oregon State University ist geprägt von einer sehr guten Ausstattung der Gebäude und Vorlesungsräume nebst dem wunderschönen, grünen und gut gepflegten Campus. Die Kurse und Vorlesungen sind im Vergleich zu Deutschland verschulter. Neben der Abschlussprüfung (final) sind für gewöhnlich ein bis drei Zwischenprüfungen (mid terms) vorgesehen. Jedoch ist das nicht alles: Hausaufgaben und Aufsätze oder Vorträge beschäftigen einen während des ganzen Terms. Die Transparenz und Klarheit der Anforderungen halfen mir schnell, in den anderen Unterrichtsstil hineinzufinden. Das College of Business bietet viele interessante Kurse an wie beispielsweise International Business oder Geschäftsprozessmanagement. Obwohl ich am College of Business eingeschrieben war, ist die Uni sehr flexibel bezüglich der Kurswahl und ich konnte auch Kurse aus dem Bereich Computer Science wie z.B. Webentwicklung mit HTML5 wählen.

Sport

Neben den positiven akademischen Erfahrungen ist auf jeden Fall auch der Collegesport zu erwähnen, der in den USA eine große Rolle im Unialltag spielt – allem voran American Football. Die Spiele schaffen eine großartige Atmosphäre und von der Begeisterung kann man einfach nur mitgerissen werden. Bei den Heimspielen strömen die Fans der Beavers in das Stadion, um die 45.000 Sitze zu füllen. Ein kurzer Vergleich: Die Bevölkerungszahl von Corvallis beträgt zirka 55.000. Neben American Football sind auch andere Sportarten wie Basketball oder Baseball gut besucht und haben ihre feste Fangemeinde. Nicht nur beim Sport zuzuschauen wird an der Oregon State University großgeschrieben. Auch selbst Sport zu treiben ist zentraler Punkt des Studentenalltags. Die Ausstattung der verschiedenen Einrichtungen ist einfach überwältigend im Vergleich zu deutschen Universitäten. So gibt es die Möglichkeit, im Fitnessstudio zu trainieren, ein paar Bahnen im Schwimmbad zu ziehen oder in der Kletterhalle einen Felsen zu erklimmen.

Natur und Kultur

Sollte man einmal keine Lust auf Sport haben, wird trotzdem noch genügend auf dem Campus geboten. So schafft die kulturelle Vielfalt der Studenten der Universität eine breite Spanne an gefeierten Festen wie Kwanzaa oder das Chinesische Neujahrsfest. Auch zum Abschalten ist Oregon genau richtig: die Natur lädt zum Raften, Schneeschuhwandern oder Surfen ein. Die Schönheit der Natur beeindruckt beispielsweise durch das satte Grün und die atemberaubenden Wasserfälle.

German at OSU

Das Austauschprogramm zwischen Oregon und Baden-Württemberg hat an der Oregon State University eine besondere Bedeutung, da es ein gut etabliertes German department gibt. Ich unterstützte hier als Deutscher Muttersprachler beim sogenannten Stammtisch und der Kaffeestunde die Studenten beim Trainieren ihrer Sprachkenntnisse. Bei meinem Besuch in Deutschunterrichtsklassen konnte ich zusammen mit anderen Muttersprachlern in Kleingruppen Fragen beantworten – diese Schulstunden waren für alle Beteiligten immer die Highlights im Unterricht.

Fazit

Persönlich und akademisch hat mich dieses Auslandssemester sehr vorangebracht und ich bin sehr froh, diesen Schritt getan zu haben. Die Qualität und der Service, wie beispielsweise die vorbildlich ausgestattete Bibliothek an der Oregon State University, sind großartig und die Professoren sind sehr hilfsbereit, was mir den gelungenen Start in die neue Umgebung sehr erleichtert hat. Die offenen Menschen bieten ein Umfeld in dem man sich schon nach kurzer Zeit wohl und zu Hause fühlen kann. Es sind in diesen zehn Monaten Freundschaften entstanden, die sicherlich weiterbestehen werden. Abschließend kann ich jedem der mit dem Gedanken spielt, ein Auslandssemester einzulegen, nur dazu ermutigen – welches Land auch immer es werden wird.

Impression zur Oregon State University: http://www.youtube.com/watch?v=F_gFNzNniJA

Website der OSU, College of Business: http://business.oregonstate.edu/

Stefan Heinle, WIB 5. Semester

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