Der elektronische Patient – Wie nutzen Gesundheits-Surfer das Internet?

Prof. Dr. Mike Friedrichsen stellt seine neue Studie vor

Etwa 40 Millionen Deutsche suchen im Internet nach medizinischen Symptomen sowie Diagnosen und tauschen sich mit anderen Patienten zu Therapiemöglichkeiten aus. Wie wirkt sich dies auf die Patienten, auf ihr Verhalten und auf den Gesundheitsmarkt aus? Wie kann eine Therapie über das Internet aussehen? Und wie bewerten Nutzer die digitalen Angebote im Gesundheitsbereich? Prof. Dr. Mike Friedrichsen von der Hochschule der Medien Stuttgart und Alexander Schachinger, Gründer und Geschäftsführer von healthcare42, sind diesen Fragen im Rahmen der "E-Patienten-Studie 2014" auf den Grund gegangen.

 

Die von healthcare42 und der Hochschule der Medien Stuttgart durchgeführte "E-Patienten-Studie 2014" bietet erste Erkenntnisse, wie das Internet zu den Themen Krankheit und Gesundheit verwendet wird. Demnach sind "Deutsche Gesundheits-Surfer" vorwiegend weiblich (60,1 Prozent) und zwischen 44 und 74 Jahre alt. Die Mehrheit der Befragten ist chronisch krank (42,6 Prozent), gefolgt von Personen mit akuten Beschwerden (22,8 Prozent) und an Gesundheitsthemen Interessierte (20,6 Prozent).

 

Motive und Nutzung der Gesundheitsangebote

Primär wird das Ziel verfolgt, sich grundlegend über eigene Erkrankungen zu informieren (62,1 Prozent). Darüber hinaus suchen 50,9 Prozent der Befragten nach Ärzten, Kliniken oder medizinischen Einrichtungen. Auch nach Informationen und Erfahrungen von anderen Patienten mit ähnlichen Diagnosen wird gerne recherchiert (40,1 Prozent).

Vor allem während einer laufenden Therapie (51,5 Prozent) oder beim Wechsel der therapeutischen Maßnahmen (19,1 Prozent) wird Rat im Internet gesucht. Einen Einstieg bietet hierbei üblicherweise die Suchmaschine Google (58,3 Prozent). Während Apps auf wenig Interesse stoßen (4,1 Prozent), greifen die eher älteren Nutzer lieber auf die Gesundheitsportale von bekannten Zeitschriften wie der Apotheken Umschau (43,3 Prozent), Websites von Krankenkassen (39,4 Prozent), Krankenhäusern und Kliniken (37,8 Prozent) oder Ärzten und Arztpraxen (37,5 Prozent) zurück.

 

Auswirkungen auf das Gesundheitssystem

Die Studienteilnehmer heben hervor, dass sich durch die Nutzung des Internets in Gesundheitsfragen sowohl das Verständnis für die eigene Krankheit verbessert hat (78,9 Prozent), als auch die Entscheidung für oder gegen eine Therapie schneller getroffen werden kann (67,3 Prozent) und der Umgang mit der Erkrankung im Alltag leichter fällt (63,1 Prozent). Darüber hinaus sind signifikante Auswirkungen der Internetnutzung auf das Gesundheitssystem zu konstatieren: 69,9 Prozent der Befragten geben an, dass sie dem Arzt durch die Recherche im Internet zusätzliche, tiefergehende Fragen stellen können; für mehr als die Hälfte der Befragten sind die Aussagen der eigenen Ärzte verständlicher geworden. 

Für die Zukunft sehen die Studienteilnehmer großes Potenzial im Austausch mit anderen Patienten, die unter ähnlichen Erkrankungen oder Problemen leiden. Ferner wird eine internetbasierte Gesundheitsakte gewünscht, durch die beispielsweise Medikationen, ärztliche Diagnosen und Röntgenbilder auf einer persönlichen, verschlüsselten Website gespeichert werden.

Die E-Patienten-Studie basiert auf einer im Frühjahr 2014 durchgeführten Online-Befragung auf 19 Gesundheitsportalen und Websites von Krankenkassen, Kliniken sowie weiteren medizinischen Einrichtungen. 3166 Teilnehmer haben an der Studie von Prof. Dr. Mike Friedrichsen, Hochschule der Medien Stuttgart, und Alexander Schachinger, Inhaber von healthcare42, teilgenommen.

 

 

Weiterführende Informationen:

Website zur E-Patienten-Studie 2014

Website healthcare42

Sören Graubner

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