Ein Auslandssemester im kulturellen Spannungsfeld Istanbul

Der Bosporus teilt Istanbul nicht nur in zwei Hälften, sondern markiert auch den Übergang zwischen Europa und Asien. Während ihres Auslandssemesters besuchte Carmen Reichert, OMM-Studentin, die Yeditepe Universität im Stadtteil Atasehir auf der asiatischen Seite und genoß den Spagat zwischen den unterschiedlichen Kulturen.

Istanbul ist mit 13,85 Millionen offiziell gemeldeten Einwohner und einer Fläche von 5,343 km² die bevölkerungsreichste Stadt in der Türkei. Der Bosporus im Herzen der Stadt teilt nicht nur die Metropole in zwei Hälften, sondern zieht auch die Grenze zwischen Europa und Asien.

Istanbul, das türkische Zentrum für Handel und Kultur, beherbergt über 30 Universitäten, die sich über die ganze Stadt verstreuen. Während meines Auslandssemesters besuchte ich die Yeditepe Universität im Stadtteil Atasehir auf der asiatischen Seite. 

Vorlesungen, Tennis, Basketball, Schwimmen… - Unialltag an der Yeditepe
Noch in Deutschland suchte ich mir passende Vorlesungen aus, an denen ich teilnehmen wollte und vereinbarte mit meiner Studiendekanin ein „Learning agreement“. Damit hatte ich die Gewähr, dass die ECTS, die ich an der Yeditepe erlangen würde auch für mein Studium angerechnet werden. Allerdings würde ich nicht zu viel Zeit in die Auswahl stecken, denn sobald man an der Yeditepe angekommen ist, ergeben sich einige Umstellungen, da manche Kurse gar nicht oder doch nur auf Türkisch angeboten werden. Es ist auch hilfreich sich bei Studenten vor Ort zu informieren, welche Vorlesungen gut sind und eine Teilnahme sich lohnt. Ich war größtenteils zufrieden mit meiner Auswahl und konnte alles, auch die neu hinzugekommenen Kurse, anrechnen lassen. Eine Besonderheit im Studienablauf: eine Vorlesung wurde immer auf Türkisch gehalten. Hierfür erhielten wir Erasmusstudenten aber ein Skript, aus dem wir lernen konnten.

Zu meinen Vorlesungen gehörte auch ein Türkischkurs. Diesen kann ich nur empfehlen. Man kann am Ende natürlich nicht perfekt türkisch, aber für die grundlegende Kommunikation reicht es und zusätzlich lernt man viel über die türkische Kultur.

Neben den Vorlesungsangeboten bietet die Universität vieles, womit man sich auch seine Freizeit vertreiben kann. Auf dem Campus findet man Schwimmbad, Sporthalle, Fitnessstudio, Basketball-, Tennis- und Fußballplatz, Friseur, Fotograf und vieles mehr. Zusätzlich wurden regelmäßig Ausflüge für Erasmusstudenten angeboten. So hatte man die Möglichkeit, kostengünstig verschiedene Regionen in der Türkei kennenzulernen.

Alltag zwischen den Kulturen
Wenn der Muezzin zum Abendgebet ruft, während man mit einem Bier am Ufer des Bosporus sitzt und der Sonne zuschaut, wie sie hinter dem Galataturm und seinen umliegenden Moscheen verschwindet, ist das anfangs vielleicht noch ein bisschen komisch. Aber in Istanbul bekommt man das Zusammenspiel der westlichen Moderne und der östlichen Tradition täglich zu spüren. Das macht diese Stadt so interessant und einzigartig. Nach einer ausgiebigen Sight Seeing Tour in der Altstadt mit einem Besuch der Blauen Moschee, der Hagia Sophia und dem Topkapı-Palast kann man in der größten Shoppingmall Europas einkaufen. Oder nach einem entspannten Mittag im Shisha-Café – traditionell mit Schwarztee und mehreren Partien Backgammon, lässt man den Abend in einem der zahlreichen Clubs rund um den Stadtteil Beyoğlu ausklingen.
Als Kontrastprogramm zur hektischen Metropole bietet sich ein Besuch auf den Prinzeninseln an. Die Fahrt mit der Fähre dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Erst einmal angekommen herrscht eine ungewohnte Ruhe, denn Autos sind auf den Inseln nicht erlaubt.

Leben und Wohnen
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder man entscheidet sich auf dem Campus zu leben oder man sucht sich eine Wohnung bzw. WG außerhalb.  Die Yeditepe Universität liegt auf der asiatischen Seite Istanbuls und relativ weit weg vom dortigen Zentrum. Für mich war klar, dass ich lieber zentral wohnen möchte und dafür einen längeren Weg zur Uni in Kauf nehme. So verschlug es mich in eine WG im Stadtteil Erenköy. Zur Uni brauchte ich ca. eine Stunde und zur Fähre auf die europäische Seite, je nach Verkehr, zwischen 15-30 Minuten. Das Zimmer kostete  umgerechnet 200 € warm. Für Lebensmittel kann man etwas weniger Geld als in Deutschland einplanen.

Fazit
Istanbul ist atemberaubend. Ich werde bestimmt nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Die Stadt liegt auf zwei Kontinenten und das merkt man. Es ist sehr interessant die verschiedenen Einflüsse zu spüren. Auch nach 5 Monaten in der für mich tollsten Stadt der Welt sieht man täglich neue Dinge. Für mich war das Auslandsstudium eine wahre Bereicherung!

Carmen Reichert, OMM 5. Sem.

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